Ernst Ostertag – Ein Leben im Takt 🎶
Ernst und Musik – das ist keine Leidenschaft, das ist eine Lebensform. Wer ihn kennt, weiss: Ohne Musik wäre Ernst zwar noch Ernst, aber irgendwie nur die halbe Portion.
🎸 Die ersten Töne – mit 12 Jahren
Alles begann mit der Nachbarin Lydia – bekannt durch ihre Zeit bei den Schlieremer-Chind – und ein paar mutigen musikalischen Gehversuchen. Gitarre, Mandoline und Akkordeon standen auf dem Lehrplan, und ein altes Hohner-Akkordeon, grosszügig von Lydias Mutter zur Verfügung gestellt, legte den Grundstein. Man darf sagen: Es war Liebe auf den ersten Griff.
🥁 The Gandris – mit 16 Jahren
Dann öffnete sich eine Tür – oder vielmehr: Bruno und Harry öffneten sie. Gemeinsam mit seinem Bruder am Schlagzeug wurde Ernst in die Band The Gandris aufgenommen. Vier Jahre lang begeisterten sie die Menschen rund um Baden mit rassiger Musik zum Tanzen und Mitsingen. Die Region war beschallt – und dankbar dafür.
🎵 Ins Profilager – mit 19 Jahren
Nach einer 3-jährigen Lehre in einem Musikhaus – man lernt das Handwerk eben von Grund auf – engagierte ihn ein Gitarrist für sein Berufsmusiker-Duo Los Prados. Dieser brachte Ernst in Sachen Harmonien «auf Vordermann» – eine Formulierung, die vermutlich musikalisch gemeint war, aber auch charakterlich nicht geschadet hat.
Nach fünf erfolgreichen Jahren durch die ganze Schweiz folgte ein weiteres 5-jähriges Kapitel mit einem Schlagzeuger im Duo Ernst & Armin in verschiedenen Unterhaltungslokalen. Das Fazit dieser Profi-Dekade: durchschnittlich 355 Tage Musik pro Jahr. Die verbleibenden zehn Tage waren vermutlich für Saitenwechsel und gelegentliches Schlafen reserviert.
🎷 Das Ernst Ostertag Sextett – mit 29 Jahren
Mit 29 hängte Ernst die Berufsmusiker-Karriere an den berühmten Nagel – und gründete prompt das Ernst Ostertag Sextett. Zehn Jahre lang begeisterte die Formation ein breites Publikum: vom «Gmeindschäller» in Würenlos bis zum noblen Dolder in Zürich. Eine Karriere, die keine Berührungsängste kannte – weder mit dem Dorfwirt noch mit dem Stadthotel.
Mit 39 Jahren löste er das Sextett auf – zu viel Elektronik wurde gewünscht. Ernst blieb seinen akustischen Überzeugungen treu. Manche Prinzipien sind eben nicht verhandelbar.
🪗 Nebenbei – als wäre das nicht genug
Weil ein Sextett allein die Energie eines Ernst Ostertag nicht vollständig zu bündeln vermag, spielte er nebenbei noch:
Ausserdem organisierte er 13 Jahre lang den legendären Jodler-Sonntag auf der Insel Ufenau – ein Anlass, bei dem die Natur die Kulisse lieferte und Ernst die Musik.
🏆 Der Höhepunkt – 19. Januar 1991
Der krönende Abschluss eines Vierteljahrhunderts voller Musik: In der Mehrzweckhalle Würenlos feierten 32 Musikantinnen und Musikanten aus 25 gemeinsamen Jahren ein unvergessliches Wiedersehen. Der Abend war ein voller Erfolg – und der Reinerlös von CHF 15’000.– wurde dem zukünftigen Altersheim gespendet. Grossartige Musik für einen grossartigen Zweck.
🎻 Die letzten Jahre – immer noch mittendrin
Auch zuletzt liess Ernst die Instrumente nicht ruhen:
Ein Leben, viele Bühnen, unzählige Töne – und mittendrin immer Ernst. Genau so, wie es sein soll. 🎼✨
